Mindestabstand scheune grundstücksgrenze detmold

Technische anforderungen (bauo NRW, din-normen)

die bauo NRW regelt generell die abstandsflächen für bauliche anlagen. Gemäß § 8 bauo NRW sind abstandsflächen vor den außenwänden von oberirdischen gebäuden erforderlich. Die genauen abstände richten sich nach der höhe des gebäudes und der grundstückslage. Für nebengebäude wie scheunen können unter umständen geringere abstände zulässig sein, dies ist jedoch oft in lokalen bebauungsplänen geregelt. Für die gründung einer scheune sind primär die folgenden normen relevant:
  • din 18300: erdarbeiten (vob/c): diese norm beschreibt die ausführung von erdarbeiten, einschließlich aushub für fundamente. Sie definiert bodenklassen und anforderungen an den aushub.
  • din en 1997-1 (eurocode 7) - entwurf, berechnung und bemessung von baugrund. Teil 1: allgemeine regeln und teil für erdbeben: diese norm ist grundlegend für die bemessung von gründungen und fundamenten und berücksichtigt die bodenverhältnisse.
eine spezifische mindesttiefe für fundamente ist nicht pauschal festgelegt, sondern hängt von der frosttiefe, der tragfähigkeit des bodens und der art der gründung ab. In deutschland liegt die übliche frosttiefe für nicht unterkellerte gebäude in der regel bei mindestens 80 cm. Bei schwierigen bodenverhältnissen, wie z.B. Bindigen böden (lehm) mit potenziell ungünstigen frost- oder setzungseigenschaften, kann eine höhere gründungstiefe oder eine angepasste gründungskonstruktion erforderlich sein. Dies muss durch ein bodengutachten oder eine fundierte statische berechnung nachgewiesen werden.

Fundamenttypen und kostenschätzung (beispielhafte werte bei lehmboden)

fundamenttypen bei bindigen böden (lehm)
fundamenttyp mindesttiefe (gem. Bodengutachten/din 18300) material (beispiele) kostenschätzung (pro m³)
streifenfundament mindestens 80 cm (oberhalb der frostgrenze, auf tragfähigem untergrund) stahlbeton (beton b 15/b 25), bewehrungsstahl 200 - 350 €
punktfundament (oft für stützen) mindestens 100 cm (bei schlechteren bodenklassen oder höheren lasten) stahlbeton (beton b 15/b 25), bewehrungsstahl 250 - 400 €
bodenplatte (bei größeren flächen/komplizierter geometrie) abhängig von lastverteilung und bodenklasse, oft ab 20-30 cm dicke mit umlaufendem streifenfundament stahlbeton (beton b 25/b 30), bewehrungsstahl 300 - 450 €
pfahlgründung (bei extrem schlechten böden) tiefe wird statisch ermittelt (deutlich unter der frostgrenze) beton, stahl; pfahltyp variiert 800 - 1500 € und mehr (komplex)
hinweis: die kostenschätzungen sind richtwerte und können je nach regionalen preisen, bauunternehmen und spezifischen anforderungen stark variieren. Ein bodengutachten ist für eine präzise kalkulation unerlässlich.

Häufige fehler

  • fehlende drainage bei hohem grundwasser: wasseransammlungen um das fundament können zu frostschäden und setzungen führen. Eine fachgerechte drainage ist oft unabdingbar.
  • ignorieren des bodengutachtens: ein bauherr in [name der stadt, die eine solche regelung hat, z.B. Aachen] erhielt eine bauvoranfrage-ablehnung wegen fehlender plinten, die das bodengutachten explizit gefordert hatte, um die lasten eines historischen gebäudes abzutragen. Prüfen sie stets die empfehlungen eines bodengutachtens.
  • unzureichende berücksichtigung von auflasten: bei der gründung von scheunen müssen auch potenzielle auflasten (z.B. Lagergut, schnee) berücksichtigt werden.
  • abstandsflächenunterschreitung: selbst bei nebengebäuden sind die abstandsflächen gemäß bauo NRW einzuhalten oder durch bebauungspläne zu prüfen.