Darf man solarmodule ohne genehmigung bauen ansbach

Technische anforderungen (din 18300, bauo NRW, eurocode 7)

unabhängig von der genehmigungspflicht müssen solarmodule technisch korrekt und sicher errichtet werden. Diesbezüglich sind folgende normen und regelwerke zu beachten:
  • din 18300 "erdarbeiten" (vob/c): diese norm regelt die ausführung von erdarbeiten, was insbesondere für fundamente von aufständerungen oder bodenbefestigungen relevant ist. Sie definiert anforderungen an die beschaffenheit des untergrunds, die verdichtung und die zulässigen bodenschichten.
  • bauordnung NRW (bauo NRW): relevant für die abstandsflächen, höhenentwicklungen und die allgemeine standsicherheit von bauvorhaben. Für aufdachanlagen sind die anforderungen meist geringer als für freistehende anlagen.
  • eurocode 7 (din en 1997-1) "entwurf, bemessung und einwirkungen auf tragwerke - geotechnik": diese norm ist für die bemessung von fundamenten und die bewertung der bodenverhältnisse unerlässlich. Sie legt die erforderlichen nachweise für die standsicherheit und gebrauchstauglichkeit dar.
bei der errichtung von freistehenden solarmodulen sind insbesondere die lasten aus wind und schnee sowie die bodenverhältnisse zu berücksichtigen. Ein bodengutachten kann je nach komplexität des vorhabens und der bodenbeschaffenheit vorgeschrieben sein oder dringend empfohlen werden.

Fundamenttypen für solarmodule (beispiele)

die wahl des fundamenttyps hängt stark von der bodenbeschaffenheit und der größe der anlage ab. Hier eine exemplarische übersicht, wobei die genauen abmessungen und bemessungen stets im einzelfall durch einen tragwerksplaner bzw. Nach eurocode 7 zu ermitteln sind:
fundamenttyp mindesttiefe (typisch) material kostenschätzung (brutto, pro stück)
schraubfundament (einfach) je nach bodentragfähigkeit, oft 1.0 - 2.0 m stahl (verzinkt) 150 € - 400 €
punktfundament (beton) frostgrenze (ca. 80 cm im NRW-raum), sockelhöhe beachten beton (c25/30), bewehrungsstahl 200 € - 500 €
streifenfundament (bei längeren reihen) frostgrenze (ca. 80 cm im NRW-raum) beton (c25/30), bewehrungsstahl 300 € - 700 € pro laufendem meter
betonplatten (ballastierung, z.B. Für flachdächer) keine tiefenfrostgrenze, höhe durch ballastierung bestimmt betonfertigteile 50 € - 150 € (pro platte)
hinweis: die kostenschätzungen sind richtwerte und können stark variieren. Die tatsächlichen kosten werden von materialpreisen, arbeitsaufwand und regionalen gegebenheiten beeinflusst.

Häufige fehler und ihre folgen

  • fehlende oder unzureichende erdung: kann zu blitzschäden und gefahren für leib und leben führen.
  • unzureichende standsicherheit: eine nicht korrekt bemessene aufständerung oder fundamentierung kann bei sturm oder schneelast umkippen. Ein bauherr in NRW erhielt eine anordnung zur nachbesserung wegen eines freistehenden moduls, dessen fundament durch den lehmigen boden unterspült wurde - eine drainage fehlte.
  • nichtbeachtung von brandschutzvorschriften: insbesondere bei der verlegung von kabeln und der positionierung von wechselrichtern sind brandschutztechnische aspekte zu beachten.
  • fehlende dokumentation: bei nachträglicher genehmigung oder zur nachweisführung sind fotos, skizzen und ggf. Bodengutachten entscheidend.